Klette (Arctium lappa)

Die Große Klette ist eine alte Volksarzneipflanze. Am meisten werden die Wurzeln benutzt (Radix Bardanae), seltener die Blätter oder Früchte.

Die Wurzeln enthalten ätherisches Öl, Inulin, Fettsäure und Phytosterine. In den Samen wurden Lignan-Glykoside (Arctiin) gefunden.

Ein wasserlösliches Polysaccharid (Fructan) der großen Klette zeigt in vitro und in vivo hohe antioxidative Wirkungen. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis die Klette in der Herstellung von Pharmazeutika in Zukunft eine Rolle spielen wird. Für Arctigenin, ein Aglykon von Arctiin und typisches Lignan von Arctium lappa, konnten antivirale und tumorschrumpfende Wirkungen beobachtet werden. Arctigenin zeigt phytoöstrogene Eigenschaften und konnte im Versuch die Abtötung von östrogenrezeptornegativen Brustkrebszellen positiv beeinflussen.

Arctium Lappa – Große Klette – Quelle: Pixabay

In der russischen Heilkunde fand die Klettenwurzel als Heilpflanze eine große Verwendung. Tinkturen aus Blättern wurden bei Gallenbeschwerden, Verstopfung, Diabetes und Gelenkschmerzen verwendet. Frische Blätter wurden zur Fiebersenkung, Wundheilung und bei Rheumatismus benutzt, die Wurzel in Form von Tinktur oder Aufguss ist harntreibend, nützlich bei Gicht, Ekzemen und Furunkeln. Abgekocht und angesetzt im Olivenöl wurde das Kletten-Öl bei Hauterkrankungen verwendet.

Die Vorzüge des Klettenöls in nur einem Produkt findet man heute sehr selten in Deutschland. Weitere Hinweise dazu und wo sie es kaufen können, finden Sie hier.

Die bekannteste Anwendung in der heutigen Zeit ist die Verwendung von Klettenwurzelöl in Shampoos und Haarwässern als haarwurzelfestigendes Mittel und zur Anregung des Haarwachstums.

Arctium Lappa – Große Klette – Quelle: Pixabay

Im Mittelalter wurde die Klette als Gemüse verwendet, heutzutage findet die Klette in Japan breiten Zuspruch, wo sie den Namen „Gobo“ trägt. Sie wird in Salaten und Suppen zubereitet. Dabei werden die Stiele vor Beginn der Blüte verwendet, sie erinnern im Geschmack an die Artischocke. Wurzeln, die bis zu 2 m lang gezüchtet werden, haben einen süßlichen Geschmack (wegen des Inulins) mit einer weichen, erdigen Note, die in Japan sehr geschätzt wird.

In Großbritannien wird aus dem Wurzelsud von Klette und Löwenzahn ein traditionell alkoholfreies Getränk zubereitet.

Quelle: Wikipedia (deutsch und russisch), Stand 08/2017