Propolis

Propolis wird seit Urzeiten von Honigbienen hergestellt. Die Bienen sammeln das Harz der jungen Knospen von Laub- und Nadelbäumen und vermischen es mit körpereigenem Sekret. So entsteht ein hochwertiger Stoff, mit dem sich die Honigbienen gegen Bakterien, Viren und Pilzen schützen. Sie verwenden es im Bienenstock u.a. auch dafür, um getötete Eindringlinge damit einzubalsamieren, damit keine Infektionen durch den Verwesungsprozess entstehen können.

Eigenschaften

Honig, Propolis & Löwenzahn - Quelle: Shutterstock
Honig, Propolis & Löwenzahn – Quelle: Shutterstock

Propolis ist eine braungelbe, harzartige Masse mit aromatischem Geruch. Sie löst sich in Ethanol  und nur teilweise in Wasser . Als Naturstoffgemisch hat Propolis vielfältige Wirkungen.

Antioxidative Wirkung

Propolis soll oxidativem Stress entgegenwirken. Im Tierversuch wurde an Ratten die Bindung reaktiver Sauerstoffspezies („Radikalfänger“) durch Propolis gezeigt. Hierfür werden antioxidativ wirksame prenylierte Flavonoide verantwortlich gemacht.

Antimikrobielle und virostatische Wirkung

Die antibiotischen Wirkungen von wässrigen und alkoholischen Propolis-Extrakten sowie einzelner Propolis-Inhaltsstoffe wurden im Agardilutionstest und Agardiffusionstest gegenüber gram-positiven und gram-negativen Keimen nachgewiesen. Darüber hinaus wurde eine antivirale Wirkung gegenüber Rhinoviren und Herpesviren im Plaque-Reduktionstest festgestellt. Propolis wirkt wachstumshemmend auf Candida albicans und Hautpilze (Dermatophyten).
Propolis zeigte im Tierversuch an Mäusen bakterizide, antimykotische und virostatische Wirkung. Einige der Wirkungen werden mit denen der Flavonoide für vergleichbar gehalten. Die antibakterielle Wirkung wird Pinocembrin und Galangin, die antimykotische und virostatische Wirkung Pinocembrin und Kaffeesäure-estern – vor allem dem Kaffeesäure-2-phenylethylester – zugeschrieben.

Wundheilung fördernde Wirkung

Propolis soll die Wundheilung fördern. Für die Granulationsförderung werden Apigenin und Luteolin verantwortlich gemacht.

Zytotoxische Eigenschaften

Propolis zeigt zytotoxische Wirkungen, die im Tierversuch an Mäusen, denen Krebstumore eingepflanzt wurden, das Wachstum derselben zu hemmen vermochten.

Gesundheitsbezogene Verwendung

Propolis wurde und wird in einem breiten Spektrum von Anwendungsgebieten therapeutisch genutzt, wozu verschiedene Darreichungsformen wie etwa Tinkturen, Salben, Mundwässer, Lutschtabletten, Nasensprays und Kapseln zum Einsatz kommen.

Äußerlich wird Propolis vorbeugend und therapeutisch bei Irritationen, Entzündungen und Verletzungen der Haut (Sonnenbrand, kleinere Schnitt- oder Schürfwunden, Ekzeme, medizinische Fußpflege) und Schleimhaut (medizinische Zahn- und Mundhygiene, kleinere Verletzungen im Mundraum, Aphthen, Entzündungen der Analschleimhaut) verwendet. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen werden zum Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. Auch in Pflegeprodukten für Haut und Haare wird Propolis verwendet. Lokal wird Propolis in Einreibungen und Salben zur Linderung rheumatischer Beschwerden benutzt.

Innerlich wird Propolis traditionell zur Stärkung des Immunsystems und Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten der unteren Atemwege (Bronchitis) angewendet.
Bei Tieren findet Propolis als biogenes Mittel zur Vorbeugung gegen Wurmbefall Anwendung, u. a. bei Hunden, Katzen, Ziervögeln etc.

Gegenanzeigen:  Allergien bei Kontakt mit Propolis. Insbesondere Kontaktdermatitiden wurden berichtet.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Propolis